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English - Dansk - Deutsch - Français Pelle Gudmundsen-Holmgreen (b. 1932)
Pelle Gudmundsen-Holmgreen studied music theory, -history and composition at the Royal Academy of Music in Copenhagen. After graduating he became a teacher at the Jutland Academy of Music between 1967 and 72. His basis as a composer was Bartók and Stravinsky, and after having worked with serialism for some years he found his own personal style in the mid-60s with his chamber orchestral works Brother John (1964) and Reprises (1965). Since that time Pelle Gudmundsen-Holmgreen's music has been characterized by repetitions, radical reductions and simple - sometimes grotesque - figures and rhythms; very often monotonous and assiduous in order to change or even revoke any possible anecdotal points. In recent years his major works are: Triptychon, Concerto Grosso and For Cello and Orchestra.
In 2005 The Kronos Quartet and English singer and conductor Paul Hillier first performed Pelle Gudmundsen-Holmgreen's "Moving Still - Hans Christian Andersen 200". A piece for sting quartet, barytone solo and tape based on the famous fairytale writer's story The Millenium, and the poem In Denmark I am born.
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For further information on this composer, read the article On Pelle Gudmundsen-Holmgreen.
Dansk
Pelle Gudmundsen-Holmgreen (f. 1932)
Studerede teori, musikhistorie og komposition på Det Kongelige Danske Musikkonservatorium. Var lærer på Det Jydske Musikkonservatorium 1967-72. Med kompositorisk udgangspunkt i Bartok/Stravinsky og efter nogle års arbejde med serialismen nåede Pelle Gudmundsen-Holmgreen sin mere personlige linje i midten af 60-erne med kammerorkesterværkerne Mester Jakob (1964) og Repriser (1965). Karakteristisk for PG-H´s musik lige siden har været: Gentagelser, radikale reduktioner, enkle eventuelt groteske figurer og rytmer. Ofte monotont og vedholdende i et forsøg på at ændre/ophæve mulige anekdotiske pointer. Hovedværker fra de senere år: Triptychon, Concerto Grosso og For cello og orkester.
I 2005 uropførte den legendariske amerikanske Kronos Kvartet og den engelske sanger og dirigent Paul Hillier Pelle Gudmundsen-Holmgreens "Moving Still - Hans Christian Andersen 200". Værket er baseret på den berømte eventyrdigters historie Om Årtusinder og på digtet I Danmark er jeg født.
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Læs mere uddybende om Pelle Gudmundsen-Holmgreen i artiklen "On Pelle Gudmundsen-Holmgreen".
Deutsch
Pelle Gudmundsen-Holmgreen (geb. 1932)
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Pelle Gudmundsen-Holmgreen ist in der dänischen Musik ein Begriff. Persönlichkeit und Werke rangieren im heimatlichen Umfeld hoch, und er hat stark dazu beigetragen, das die neuere dänische Musik Züge aufweist, die offenkundig von den Charakteristika der übrigen skandinavischen und der deutschen Musik abweichen. Mit seiner Eigenwilligkeit lässt er Raum für stilistische und klangliche Vielfalt und lehnt es entschieden ab, sich z.B. von in der Musik etwas Bestimmtes wollenden Theoretikern und "Trendsettern" tyrannisieren zu lassen. Er hat seine Musik als eine Art "Leipziger-Allerlei-Musik" bezeichnet, die ganz natürlich seine europäische und dänische Zugehörigkeit widerspiegele, aber auch Raum für amerikanische Impulse lasse. Gerade diese unorthodoxe Komplexität könnte erklären, weshalb viele Ausländer seine Musik schwer verstanden und seine Absichten zuweilen mit ?reiner Verwirrtheit und "Dorftrottel-Mentalität? verwechselt haben. In letzter Zeit hat sich das allerdings erheblich geändert. Pelle Gudmundsen-Holmgreen erfährt heute zunehmend internationale Aufmerksamkeit.
Verwurzelt ist er in der Welt der Kunst, der Bildkunst. Die davon ausgehenden Impulse, nicht zuletzt der Einfluss seines Vaters, des Bildhauers Jørgen Gudmundsen-Holmgreen, haben ihn sehr stark geprägt: ?Neben dem Interesse für Raum und Stoff habe ich von ihm anderes übernommen, ich habe mir in meiner Arbeit die Sensualität und mein Kindergemüt und hoffentlich die Arglosigkeit erhalten.? (Interview in Dansk Musiktidsskrift 1992). Das Räumliche kann seinen Ausdruck z.B. in mobileähnlichen Formen finden, das Interesse am Stofflichen ist in den meisten Werken von Gudmundsen-Holmgreen spürbar, die mit ihren glatten, rauhen, kantigen, weichen, rohen und raffinierten Oberflächen den Raum klar aufreissen.
Die Jugendwerke der 1950er Jahre hatten ihren stilistischen Ausgangspunkt in der postnielsenschen, mit wichtigen Impulsen von Bartók und Strawinsky gewürzten dänischen Neoklassik. 1960 trat jedoch ein ausgesprochener Wendepunkt ein, als sich Pelle Gudmundsen-Holmgreen (ähnlich wie bekannte gleichaltrige Komponistenkollegen wie Per Nørgård und Ib Nørholm) beim ISCM in Köln umwälzende Eindrücke von der mitteleuropäischen Avantgarde holte, vor allem von den Pionieren des Serialismus, Boulez und Stockhausen und nicht zuletzt bei Ligeti. Der neue Einfluss äussert sich unverkennbar in Werken wie In terra pax (1961) und Chronos (1962), mit denen er das Verhältnis von "Zeit" und Rhythmus in der Musik wirklich aufgriff und sich als einer der wichtigen jungen Komponisten in Dänemark einen Namen machte. Was aus Mitteleuropa abgefärbt hatte, verblasste jedoch allmählich aufgrund der Gudmundsen-Holmgreen (wie überhaupt dem dänischen Milieu) eigenen Skepsis gegenüber allzu rigiden Ideologien, weshalb neue Impulse, u.a. aus den USA, bei der Gestaltung seiner Werke schnell eine ganz erhebliche Rolle spielen sollten.
Der amerikanische Einfluss ging typischerweise besonders von einem Bildkünstler, Robert Rauschenberg, aus. Mit seinen Aufsätzen gefundener und gesammelter Objekte ("combines") hinterliess er unverkennbare Spuren in Werken wie Collegium Musicum Koncert, Frére Jacques (beide 1964) und Repriser (1965), in denen sich Gudmundsen-Holmgreen bemühte, "gegenständliche Klänge oder Elemente zu schaffen und sich begegnen zu lassen". Trotz der erhalten gebliebenen serialistischen Züge sind jetzt Phänomene wie Collage und insbesondere Wiederholung mindestens ebenso wichtig geworden - in einem von Galgenhumor und grotesken Elementen gekennzeichneten antiexpressiven Universum, fast wie eine musikalische Annäherung an den Pessimismus und die konzentrierte Absurdität und Sinnlosigkeit des irischen Dichters Samuel Beckett, von dem sich Gudmundsen-Holmgreen schon seit Ende der 1950er Jahre zutiefst fasziniert fühlte.
Die Reaktion auf den mitteleuropäischen Modernismus, die sich in Dänemark Mitte der 1960er Jahre richtig durchsetzte, kam am stärksten in der sogenannten "Neuen Einfachheit" mit ihren charakteristischen Elementen u.a. von Konkretismus und Stilpluralismus, zum Ausdruck. Gudmundsen-Holmgreen gehörte zu den Hauptgestalten dieser "Bewegung", die ganz natürlich extrem einfache Module, kleine Melodien und Entsprechendes, im mitteleuropäischen Modernismus Verpäntes benutzte.
Bei Gudmundsen-Holmgreen wird die Einfachheit in einem Werk wie Tricolore IV (1969) auf die Spitze getrieben. Wie der Titel bereits andeutet, arbeitet er darin im grossen und ganzen nur mit drei Klängen, was auf die Zeitgenossen unweigerlich äusserst provozierend wirken musste. In dieser Hinsicht siegt allerdings wohl Plateaux pour deux für Cello und Schlagzeug (1970) mit seiner nahezu legendären Instrumentenkombination Cello und Hupe, einer Klang-konstellation, die Verbindungslinien zum Futurismus und Dadaismus zieht. Zugleich ist eine wichtige Pointe, dass der Formaufbau deutlich anzeigt, dass er den ?Beteiligten eine genau systematisierte Umgangsform, ein strukturiertes Beisammensein?, verliehen hat.
Strukturelle Ordnung und Klarheit tritt in Gudmundsen-Holmgreens Musik überall zutage. Seit Mitte der 1970er Jahre manifestiert sich das nicht zuletzt durch die Einsetzung eines sogenannten Filters, d.h. einer bestimmten Tonauswahl in Form eines sich spiegelnden Tongitters, das eine symmetrische Struktur, darunter auch häufige Spiegelbildungen, bewirkt; vgl. ein Werk wie das Klarinettentrio Spejlstykker (Spiegelstücke) (1980), dessen Titel "ganz buchstäblich zu verstehen ist". Zum Gebrauch von Tonfiltern sagt er: ?Ich helfe dem Hörer, indem ich u.a. die Landschaft, in der wir uns bewegen... (mit) einem Tonfilter gestalte.? Wichtige grosse Werke wie Symfoni, Antifoni (1977) und Concerto grosso (1990) zeigen eine solche strukturelle Ordnung, lassen jedoch auch zugleich - wie der grösste Teil der Werke aus den letzten zwanzig Jahren - Raum für Artistik, musikalische Wärme, Unmittelbarkeit und Sensualität: ?Die harte Periode der 1960er mit Anti-Kunst und Nullpunktsuche einerseits und Serialismus andererseits ist ein historisches Phänomen...In erster Linie, weil die Musik des Ostens und Afrikas in die Musik des Westens eingedrungen ist und ihr neue sensuelle Möglichkeiten geschenkt hat.? Zu diesem Bild gehört auch, dass sich Gudmundsen-Holmgreen nie von der elektronischen Musik und ihren Möglichkeiten angezogen fühlte. Unter den späten Hauptwerken findet man typischerweise vier Streichquartette (Nr. 5-8). "Instrumentalkonzerte" wie Triptykon (1985) für Schlagzeug und Orchester und For cello og orkester (Für Cello und Orchester) (1996) unterstreichen ausserdem ein verstärktes Interesse am Musiker in der Rolle des anwesenden Ausübenden. Die Werke lassen einfach Raum für mehr Musik, und heute träumt Gudmundsen-Holmgreen eher davon, "Askese und Ekstase vereinen zu können".
Pelle Gudmundsen-Holmgreen hat sich selbst als Nebenfigur der dänischen Musik bezeichnet - als Aussenseiter, in Wirklichkeit aber handelt es sich bei ihm, wie deutlich wird, um einen der wichtigsten Namen, einen "etablierten Aussenseiter". Als einer von ganz wenigen dänischen Komponisten wurde er denn auch (1980, für Symfoni, Antifoni) mit dem Musikpreis des Nordischen Rats ausgezeichnet.
2005 hat The Kronos Quartet und englischer Sänger und Dirigent Paul Hillier seine "Moving Still - Hans Christian Andersen 200" uraufgefürt.
Français
Pelle Gudmundsen-Holmgreen (né en 1932)
Pelle Gudmundsen-Holmgreen étudie l'écriture, l'histoire de la musique et la composition au Conservatoire Royal de Musique du Danemark. Il travaille au Théâtre Royal de Copenhague de 1959 à 1964 et enseigne au Conservatoire de Musique du Jutland entre 1967 et 72. Après avoir puisé son inspiration chez Bartok et Stravinsky, puis pratiqué le sérialisme pendant plusieurs années, PG-H trouve son style propre vers le milieu des années 60 avec les oeuvres orchestrales Mester Jakob ("Maître Jacques", 1964) et Repriser ("Reprises", 1965). Depuis, les caractéristiques de sa musique restent les mêmes: répétitions, réductions radicales, figures et rythmes simples, éventuellement grotesques. Souvent monotone et tenace dans sa tentative de transformer / éliminer les possibles propos anecdotiques.
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Lire aussi l'article On Pelle Gudmundsen-Holmgreen.
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