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Ivar Frounberg (b. 1950)

(Click HERE to see a list of all works by Ivar Frounberg on Edition SAMFUNDET (PDF file))

Originally Ivar Frounberg graduated as an organist and did not start his career as a serious composer until late in life. He studied composition with Niels Viggo Bentzon and Ib Nørholm at the Royal Academy of Music in Copenhagen and with Morton Feldman in Buffalo, USA. His studies in composition in 1979 at Siena, Italy, with Iannis Xenakis resulted in a fundamental change in Ivar Frounberg's view of music, and they made him withdraw most of his works dating before 1980. His oeuvre comprises all genres: solo works, chamber music, works for choirs and orchestras, electroacoustic music and orchestral music with or without soloist, and his works have been performed numerous times both in Denmark and abroad.

Ivar Frounberg was one of the first Danish composers who had a keen interest in the potential of computers and their ability to treat musical material "live". It is a crucial part of his compositional creed to regard the computer as a tool and not an aim in itself. At the present time Ivar Frounberg is professor of composition at the Music College in Oslo, Norway, and he used to be a lecturer in composition, electro-acoustic music and the computer usage at Royal Academy of Music in Copenhagen. Between 1999 and 2001 he was a member of the committee for classical music appointed by the Danish Arts Foundation.

Read also Jakob Levinsen's article "Ivar Frounberg - a preliminary portrait" AND Alain Féron's In Lieu of an Introduction No. 1.


Dansk

Ivar Frounberg (f.1950)

(Klik HER for at se en liste over samtlige værker af Ivar Frounberg på Edition SAMFUNDET (PDF-fil))

Er oprindeligt uddannet organist og begyndte først relativt sent at komponere for alvor. Har studeret komposition hos Niels Viggo Bentzon og Ib Nørholm på Det Kgl. Danske Musikkonservatorium og hos Morton Feldman i Buffalo, USA. Kompositionsstudier i 1979 i Siena, Italien hos Iannis Xenakis resulterede i en fundamental ændring af Ivar Frounbergs syn på musik, og fik ham til at tilbagetrække de fleste af sine værker fra før 1980. Han har skrevet musik inden for alle genrer: soloværker, kammermusik, kor- og ensembleværker, elektroakustisk musik, og orkestermusik med eller uden solist, og han har haft talrige værkopførelser i ind- og udland. Ivar Frounberg var en af de første i Danmark, som interesserede sig for computerens potentiale og dens evne til at behandle musikalsk materiale "live". Et afgørende element i hans kompositoriske trosbekendelse er, at computeren er et redskab og ikke et mål i sig selv. Ivar Frounberg er i dag professor i komposition ved Musikkhøjskolen i Oslo og har tidligere undervist som docent i komposition, elektro-akustisk musik og computerbrug ved Det Kgl. Danske Musikkonservatorium. Var i perioden 1999-2001 medlem af Statens Kunstfonds tremandsudvalg for den klassiske tonekunst.

Læs også Jakob Levinsens artikel Ivar Frounberg - et foreløbigt portræt OG Alain Férons I Stedet for en Introduktion Nr. 1.


Deutsch


Ivar Frounberg (geb. 1950)

(Klicken Sie HIER um eine Liste von sämtlichen Werken von Ivar Frounberg im Edition SAMFUNDET zu lesen (PDF))

In Verbindung mit einer Aufführung eines der Computerwerke Frounbergs hat der Musikkritiker Jens Brincker die Haltung in Ivar Frounbergs Musik "einen steinigen und beschwerlichen Weg" genannt. Dieser Bemerkung folgt die wichtige Ergänzung: "Aber er (=der Weg) führt zu Blickwinkeln und Aussichtspunkten, die der Mühe wert sind, weil er die technischen Möglichkeiten als eine Herausforderung an das menschliche Element akzeptiert". Damit ist angedeutet, worin die besondere Note in Ivar Frounbergs Musik liegt, wenn man nicht sogar von seiner einzigartigen Position in der dänischen Musik der 1980er und 1990er Jahre sprechen will. Die Eigenart besteht aus einer Kombination von einer tiefempfundenen Verpflichtung wie einer grundlegenden Neugier gegenüber den Aspekten der heutigen Technologie und den Möglichkeiten für die Kunstmusik einerseits - ein Blickwinkel, dessen führender dänischer Exponent Frounberg sowohl in seiner eigenen Produktion als auch als Lehrer für Computermusik am Königlichen dänischen Musikkonservatorium ist - und andererseits einem hohen Bewußtseinsgrad gegenüber der Musik nicht nur als einer Konstruktion auf dem Papier, sondern vor allem auch als physisches Phänomen, als Kunst im Klang.

Für Frounbergs Musik ist charakteristisch, daß sie einen sehr hohen Grad an Komplexität und Mehrdeutigkeit mit einem bedeutsamen Grad an Unmittelbarkeit zu vereinen vermag. Letztere wird nicht als Ausdruck oder Gefühl im traditionellen romantischen Sinne verstanden, sondern eher als Fähigkeit, sowohl Dichte als auch Offenheit solchermaßen zu gestalten, daß die Musik mit moderner Sinnlichkeit hervortritt. Die Unmittelbarkeit und Fähigkeit, den Hörer zu ergreifen, liegt nicht in einem Anflug von oder Spiel mit bekannten Ausdrucksformen, sondern ganz im Gegenteil gerade in der Kombination von Vielfältigkeit und Unvorhersehbarkeit.

In dieser Hinsicht sind die von Frounberg am häufigsten genannten Komponistenvorbilder, bei beiden hat er studiert, überaus bezeichnend: zum einen die extrem komplizierten und oft sehr gewaltigen Lautlandschaften des griechisch-französischem Iannis Xenakis, die einen unmittelbaren, elementar physischen Charakter aufzeigen, zum anderen der sinnschärfende leise Langzeitverlauf des Amerikaners Morton Feldman, wo gerade der Verzicht der Musik auf nahezu alle traditionellen äußeren Effekte und musikalischen Erzähltechniken die Aufmerksamkeit des Hörers in einzigartiger Weise auf die kleinsten Bestandteile und Zusammenhänge des Klangs fokussiert.

Ivar Frounberg ist 1950 in Kopenhagen geboren. Er schloß seine Ausbildung zum Organisten 1976 am Königlichen dänischen Musikkonservatorium ab und begann erst relativ spät, ernsthaft zu komponieren. Nur sehr wenige seiner ganz frühen Werke finden sich noch auf der heute geltenden Werkliste. Im Gegensatz dazu stammt der größte Teil der Beiträge aus der Mitte der 1980er Jahre und später. Frounbergs Werke neueren Datums fallen grundsätzlich in zwei Kategorien: Computermusik, wovon Werke wie A Pattern of Timeless Motion und Time and the Bell moderne Hauptwerke auf diesem Gebiet sind - und das nicht nur in dänischem Zusammenhang - und Werke, die wie die drei dieser Einspielung versuchen, die Erfahrungen mit der Computermusik auf die Arbeit mit traditionellen Musikern und Ensembles auszudehnen. Von den Werken für kleinere Besetzungen sollen hier namentlich Henri Michaux-præludier für Klavier (1983) und Embryo für elektrisch verstärkte Violine, Streichtrio, Klavier, Synthesizer und Tonband (1985) hervorgehoben werden.

Ein entscheidendes Element in Frounbergs kompositorischem Glaubensbekenntnis ist, daß der Computer ein Werkzeug und nicht ein Ziel an sich ist. Frounberg hat das in einem Interview folgendermaßen ausgedrückt: "Der Computer ist ja wie ein Hammer - man kann ihn zu allem Möglichen gebrauchen." In der Musik dient der Gebrauch vor allem der Systematisierung und Analyse von sehr komplizierten und subtilen Prozessen und deren künstlerischer Nutzung. Das gilt sowohl für die Arbeit des Komponisten, die Musik zu konstruieren, als auch im Verhältnis dazu, wieviele Möglichkeiten die Musik für den Hörer in sich birgt. Möglichkeiten ist - auch infolge Frounbergs - das Schlüsselwort. Denn in seinem Insistieren auf der Komplexität als musikalischer Grundbedingung für den Komponisten und Hörer liegt der Glaube an den Wert der Musik darin, daß die optimale Menge an Möglichkeiten zusammengestellt wird. Das soll für die Konstruktion der Musik und für ihre Annahme durch den Hörer geschehen.

Seit Frounberg zu Beginn der 1980er Jahre seinen eigenen Platz als Komponist zu finden begann, hat er auf die Komplexität als Grundbedingung für Komponist und Hörer bestanden. Sie versteht sich nicht im avantgardistischen Sinne der 1950er Jahre nur als eine Frage der musikalischen Konstruktion, sondern in hohem Grade auch als eine Frage der Komplexität des Zuhörens. Dieses Verständnis resultiert aus dem Glauben an sowie dem Willen, damit zu experimentieren, inwieweit und wie subtil wir in der Lage sind, die Dinge um uns - auch im Klang - wahrzunehmen.

Die verhältnismäßig späte Entwicklung Frounbergs als Komponist hat möglicherweise mit dazu beigetragen, daß sich seine Position in der neuen dänischen Musik stark von der Mehrzahl der gleichaltrigen dänischen Komponisten unterscheidet, bei denen wechselnde Kombinationen postmoderner Stilbearbeitungen und neuromantischer Ausdruckspflege dominieren. Obwohl Frounberg bei weitem nicht als Polemiker oder Bilderstürmer, um nicht zu sagen als erklärter Revolutionär, hervortritt, ist es angemessen, sein Debutkonzert als Komponist im Jahre 1986 als einen entscheidenden Umbruch in der dänischen Kunstmusik zu betrachten.

Frounbergs Musik hört man als ein Kind sehr verschiedener Eltern: zum einen als Sohn der mitteleuropäischen 1950er-Avantgarde, die sich auf die Musik als abstrakte Konstruktion konzentriert, zum anderen als Tochter der experimentierenden amerikanischen Tradition, die sich von der Konzentration auf die Partitur abwendet - von John Cage über Morton Feldman bis hin zur Musik als klingende Realität. Bei Frounberg jedoch kommt es zu einem ganz zentralen Zusammenspiel von Prozessen und Konstruktionen, die der Komponist ins Werk setzt, und solchen, mit denen das Bewußtsein des Hörers arbeitet. Hierin stimmt Frounberg mit Positionen überein, auf die einige der führenden europäischen Komponisten der Avantgarde wie z.B. Iannis Xenakis und Pierre Boulez in Frankreich und nicht zuletzt Karlheinz Stockhausen in Deutschland im Laufe der 1980er und 1990er Jahre hingearbeitet haben.

In der neuen dänischen Musik repräsentiert Ivar Frounberg in ungewöhnlichem Maße sowohl eine internationale als auch intellektuelle Orientierung. International ist hier in dem Sinne gemeint, daß er, statt zu nationalen und regionalen Traditionen und ästhetischen Frontlinien Stellung zu nehmen, seinen Ausgangspunkt eher in den meist fortgeschrittenen Bereichen der neuen Kompositionsmusik nimmt, was nicht nur die Musiktechnologie betrifft. Intellektuell versteht sich hier in der Weise, daß er in seiner Musik mitzudenken vermag - und mitdenken ist an dieser Stelle mit der positivsten Bedeutung des Wortes belegt -, in welch hohem Maße ein Musikwerk und sein Erleben in einem Spannungsfeld zwischen dem Spontanen und Unvorhersehbaren, zwischen dem Rationellen und Strukturierten entsteht.

Jakob Levinsen

Lesen Sie auch In Lieu of an Introduction No. 1 von Alain Féron über Ivar Frounberg (leider nur in englisch, dänisch und französisch).


Français


Ivar Frounberg (né en 1950)

(Cliquez ICI pour obtenir une liste de toutes les oeuvres de Ivar Frounberg aux Edition SAMFUNDET (PDF))

Ivar Frounberg a composé des uvres pour orchestre telles que Hvad sang sirenerne, da Odysseus sejlede forbi? (Que chantaient les sirènes quand Ulysse est passé devant? (1987-89)), une série d'uvres pour formations de chambre élargies, dont Drei-Klang (1982) ou SHâTALè (1992), et d'autres incluant une direction interactive sur ordinateur ou l'utilisation de l'électronique live, telles Embryo (1985; jouée notamment au festival de Peiling et à l'ISCM de Cologne, en 1988) ou Time and the Bell (1990; jouée à l'ISCM de Zürich en 1991 et l'ICMC de Banff, au Canada, en 1995), ou encore Las Armonias de la Noche Profunda (1995, créée à l'occasion de Musiana en 1995).

Ces dernières années, on remarque dans son uvre une concentration musicale voulue, culminant à cette date dans ...to arrive where we started (1993) et Et Punkts Anatomi (L'Anatomie d'un point, 1995). Dans ces oeuvres, le matériel se transforme au niveau microscopique grâce à des répétitions variées - en vue de provoquer chez l'auditeur une attention aiguisée plutôt qu'un état méditatif.

Ivar Frounberg enseigne la musique électro-acoustique et la musique sur ordinateur au Conservatoire Royal de Musique du Danemark, à Copenhague. En 1994, il s'est déchargé d'un certain nombre de responsabilités dans divers comités et conseils d'administration régissant la vie musicale, afin de se consacrer plus largement à son activité compositionnelle. Ivar Frounberg a bénéficié en 1994, pour la seconde fois, de la bourse de travail triennale du Fonds d'Etat pour l'Art Danois, ainsi que, l'année suivante, du Prix Carl Nielsen et du Prix d'Honneur du Legs Anne Marie Carl-Nielsen. Parmi ses uvres on peut relever en particulier: Drei-Klang pour flûte, hautbois, clarinette, alto, violoncelle et contrebasse Embryo pour ensemble et électronique live Multiple Forms pour orchestre 'D' pour violon et alto A Dirge. Other Echoes Inhabit the Garden pour accordéon solo.

Lire aussi l'article Ivar Frounberg - a preliminary portrait de Jakob Levinsen ET En Guise d'Introduction No. 1 de Alain Féron.